Konsiliar-Psychiatrischer Dienst

Leitung: OÄin Dr. Karin Hasiba-Seebacher

Der Konsiliar-Psychiatrische Dienst der Univ. Klinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin versorgt konsiliarisch alle klinischen Stationen des LKH Univ. Klinikums (in enger Zusammenarbeit mit der Univ. Klinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie).


Es ist bekannt, dass bei 30 bis 50% der Patient*innen in einem Allgemeinkrankenhaus zusätzlich zur körperliche Erkrankungen psychische Symptome (wie Angst, Schlafstörungen, Depression u.ä.) vorliegen. Die Mitbehandlung von psychischen Symptomen bei körperlichen Erkrankungen ist für die Therapie von zentraler Bedeutung, weil bekannt ist, dass sich die Genesung und die Entlassung aus dem Krankenhaus durch das Vorliegen von psychischen Symptomen erheblich verzögert. Psychische Störungen wie Angststörungen und depressive Erkrankungen können zudem den Behandlungsverlauf negativ beeinflussen, indem sie die Fähigkeit zur Mitarbeit in der klinischen Behandlung beeinträchtigen. Depressive Symptome als Reaktion auf schwere körperliche Erkrankungen sind nicht nur als rein emotionale Reaktion zu sehen. Sie stellen komplexe Vorgänge auf psychobiologischer Ebene dar und sind oft mit langfristigen Verlauf, erhöhtem bzw. verstärktem klinischen Erkrankungsrisiko sowie einer erhöhten Sterblichkeit verbunden.​
Ein besonderes häufiges Zustandsbild stellt das Delir (Durchgangssyndrom im umgangssprachlichen Gebrauch) dar. Ein Delir tritt oft nach Operationen, begleitend bei schweren körperlichen Erkrankungen und bei höherem Alter auf. Es äußerst sich u.s. durch plötzliche Verwirrtheit, Schlafstörungen und Unruhe. Bei solchen Zuständen kommen die Konsiliarpsychiater*innen auf die jeweils zuständige medizinische Station und behandeln die Patient*innen zusätzlich durch medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen in Absprache mit dem Team der Station.

Ziel des psychiatrischen Konsi​ls ist die Diagnosestellung, Ursachenerkennung und die Einleitung einer medikamentösen Therapie sowie das Erstellen eines Procedere in interdisziplinärerer Zusammenarbeit mit den behandelnden KollegInnen des jeweiligen klinischen Fachgebietes im Sinne des biopsychosozialen Konzeptes.

Letzte Aktualisierung: 25.01.2021